Ratgeber
Büro- & Gewerbeauflösung: Aktenvernichtung, Aufbewahrungsfristen & Ablauf
Bei der Auflösung von Büro oder Gewerbe zählen nicht nur Möbel – Akten, Datenträger und gesetzliche Aufbewahrungsfristen machen den Unterschied. Worauf Unternehmen achten müssen.
Der entscheidende Unterschied zur Privatauflösung
Eine Gewerbeauflösung ist mehr als Möbel raustragen: Geschäftsunterlagen unterliegen gesetzlichen Aufbewahrungsfristen, und personenbezogene Daten müssen DSGVO-konform vernichtet werden. Wer hier schludert, riskiert Bußgelder – deshalb gehört dieser Teil geplant, bevor der erste Schrank geleert wird.
Aufbewahrungsfristen: Was muss bleiben?
Nach Handels- und Steuerrecht (HGB, AO) gelten gestaffelte Fristen – als grobe Orientierung:
- 10 Jahre: Bücher, Jahresabschlüsse, Buchungsbelege, Rechnungen, Inventare
- 6 Jahre: Handels- und Geschäftsbriefe, sonstige steuerrelevante Unterlagen
Die Fristen laufen ab Ende des Kalenderjahres der letzten Eintragung. Auch nach Betriebsaufgabe bleiben Sie als (ehemaliger) Unternehmer aufbewahrungspflichtig – lagern Sie diese Unterlagen also ein, statt sie zu entsorgen. Die konkreten Fristen können sich ändern; im Zweifel Steuerberater fragen.
Aktenvernichtung nach DSGVO
Was nicht aufbewahrt werden muss und personenbezogene Daten enthält (Personalakten außerhalb der Frist, Kundendaten, Verträge), muss datenschutzkonform vernichtet werden – nach Sicherheitsstufen (DIN 66399). Professionelle Aktenvernichter liefern ein Vernichtungsprotokoll als Nachweis. Dasselbe gilt für Datenträger: Festplatten, USB-Sticks und Kopierer-Speicher müssen fachgerecht gelöscht oder physisch zerstört werden – Löschen im Papierkorb genügt nicht.
Der Ablauf
- Unterlagen sichten und trennen: Aufbewahrungspflichtig (einlagern) vs. vernichtbar.
- Datenschutz klären: Aktenvernichtung und Datenträgerentsorgung beauftragen, Protokolle sichern.
- Wertgegenstände und Technik: Brauchbare IT und Möbel können verkauft oder angerechnet werden.
- Entrümpelung des Rests: Möbel, Einbauten, Lager – eine Fachfirma räumt und entsorgt, oft inklusive Demontage und termingerechter Übergabe an den Vermieter.
Kosten
Gewerbeauflösungen sind individuell – Größe, Menge, Demontageaufwand und der Umfang der Aktenvernichtung bestimmen den Preis. Mehrere Angebote lohnen sich hier besonders, weil der Aufwand stark schwankt. Die Kosten sind in der Regel als Betriebsausgabe absetzbar.
Hinweis: Aufbewahrungsfristen und DSGVO-Pflichten sind rechtlich bindend – dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Ihr Steuerberater kennt die für Sie geltenden Fristen.
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